Geostationär
Ein Umlauf dauert genau einen Sterntag. Satellit und Erde drehen sich im Gleichtakt – deshalb bleibt die Schüssel einmal ausgerichtet und muss nie nachgeführt werden.
Das Sat-Signal kommt in mehreren Empfangsebenen an, zwischen denen jeder Empfänger umschalten muss – deshalb lässt es sich nicht einfach wie ein Antennensignal aufteilen. Sechs bewährte Techniken lösen das. Welche die richtige ist, hängt von deinem Gebäude und der Zahl der Anschlüsse ab.
Die TV-Satelliten kreisen in 35.786 km Höhe über dem Äquator – genau so schnell, wie sich die Erde dreht. Von Deutschland aus stehen sie deshalb scheinbar fest am Südhimmel, und eine fest montierte Schüssel reicht. Starlink fliegt dagegen nur rund 500 km hoch und umrundet die Erde in etwa 95 Minuten – die Antenne muss ständig von Satellit zu Satellit wechseln. Dazwischen kreisen Zehntausende Trümmerteile.
Satelliten und ISS anklicken für Details. Die ISS steht an ihrer echten, aktuellen Position – berechnet aus den neuesten Bahndaten. Im 3D-Modell sind die Abstände gestaucht, damit alles ins Bild passt – Starlink und Schrott sind nur eine Auswahl. Wie weit weg die TV-Satelliten wirklich sind, zeigt das maßstabsgetreue Bild unten.
Ein Umlauf dauert genau einen Sterntag. Satellit und Erde drehen sich im Gleichtakt – deshalb bleibt die Schüssel einmal ausgerichtet und muss nie nachgeführt werden.
Rund 10.000 Satelliten ziehen in wenigen Minuten über den Himmel, das Terminal wechselt laufend zum nächsten. 2026 werden rund 4.400 davon von etwa 550 auf 480 km abgesenkt, damit Ausfälle schneller verglühen.
Ausgediente Satelliten, Raketenstufen und Bruchstücke. Die meisten kreisen unterhalb von 2.000 km – mitten im Starlink-Bereich, weit unter den TV-Satelliten.
Erde, Starlink, Schrott und TV-Satellit im echten Größenverhältnis. Starlink und der meiste Schrott kleben fast an der Erdoberfläche – der TV-Satellit steht über fünf Erddurchmesser weit draußen.
Quellen: ESA Space Environment Report 2025 (Schrott), Angaben von SpaceX/Starlink (Stand März 2026). Erdtexturen: NASA Blue Marble. Alle Werte gerundet.
Standort eingeben, Satellit wählen – und du bekommst Azimut, Elevation und LNB-Skew für die Montage. Für alle vier Positionen der Transponderliste.
Zweimal im Jahr wandert die Sonne von deiner Schüssel aus gesehen genau hinter den Satelliten. Sie ist eine riesige Rauschquelle – für ein paar Minuten übertönt sie das Signal, das Bild bekommt Klötzchen oder bleibt stehen. Das passiert an mehreren Tagen hintereinander, jeweils fast zur gleichen Uhrzeit, und ist kein Defekt.
Die Sonne strahlt auch im Ku-Band kräftig. Steht sie in der Empfangskeule, steigt das Rauschen am LNB stark an – die MER bricht ein, bis das Signal nicht mehr dekodiert werden kann.
Abwarten. Nach wenigen Minuten ist alles vorbei, an der Anlage muss nichts verändert werden. Eine Anlage mit viel MER-Reserve hält etwas länger durch und fällt kürzer aus.
Eine größere Schüssel hat eine schmalere Empfangskeule: Der Ausfall ist kürzer und betrifft weniger Tage – dafür bündelt sie die Sonne stärker. Verhindern lässt er sich nicht.
Berechnung im Browser aus Sonnenstand und Satellitenposition. „Störung möglich“, solange die Sonne innerhalb des halben Öffnungswinkels (−3 dB) plus Sonnenradius steht; „kräftig“ im inneren Bereich der Keule. Wie stark es tatsächlich ruckelt, hängt von Transponder, LNB und Reserve ab. Zeiten in deutscher Ortszeit (MEZ/MESZ).
Die Schüssel bündelt das Signal in ihrem Brennpunkt – dort sitzt das LNB und macht es kabeltauglich. Vier Leitungen bringen alle Empfangsebenen gleichzeitig zum Multischalter im Keller oder Dachboden. Der übernimmt das Umschalten und versorgt jeden Anschluss über eine eigene Leitung – jeder sieht alles, unabhängig von den anderen.
Der clevere Weg zum Nachrüsten: Vom LNB laufen vier Leitungen zum Einkabel-Multischalter – doch ab dort teilen sich alle Empfänger ein einziges Kabel. Die vorhandene Leitung darf bleiben, nur Dosen und Verteiler müssen Sat-tauglich sein. Jeder Empfänger hat sein fest zugewiesenes Userband (UB) – seinen eigenen Platz auf dem Kabel. Beim Umschalten meldet er sein Wunschprogramm, und der Multischalter legt es ihm genau dorthin.
Für ganze Wohnanlagen: Die zentrale Kopfstelle arbeitet wie ein eigener kleiner Kabel-TV-Anbieter im Haus. Ihre Module setzen die gewünschten Programmpakete in ein Kabel-TV-Signal (DVB-C) um und speisen es ins bestehende Hausnetz – samt Verstärkern und Dosen bleibt alles, wie es ist. Jeder Fernseher empfängt über seinen eingebauten Kabel-Tuner – ganz ohne Receiver.
Der vierte Weg ist echtes IPTV: Eine IPTV-Kopfstelle empfängt die Programme per Satellit und gibt jedem Sender eine eigene IP-Adresse im Hausnetz. Verteilt wird per Multicast über das Netzwerk – jeder Sender liegt genau einmal an, egal wie viele zuschauen. Der Haken für den Kunden: Das Fernsehgerät muss IPTV-fähig sein und diese Adressen direkt als Senderliste verarbeiten. Das beherrschen nur wenige Modelle – deshalb steckt diese Technik vor allem in Hotels, Kliniken und Pflegeheimen, wo passende Geräte gezielt verbaut werden.
Nicht zu verwechseln mit SAT>IP: Das ist ein eigener Standard, der auf PC, Tablet & Smartphone läuft. Bei echtem IPTV ist das Ziel der Fernseher.
Der fünfte Weg ist SAT>IP – ein eigener Standard von Astra, der das Sat-Signal fürs Heimnetz übersetzt. Ein SAT>IP-Server sitzt hinter LNB oder Multischalter und hängt am Router. Anders als bei echtem IPTV liegt nicht jeder Sender fest im Netz: Jedes Gerät fragt sein Wunschprogramm selbst an, der Server hat dafür mehrere Tuner und streamt es per LAN oder WLAN. Empfänger ist nahezu jedes Gerät mit passender App – Tablet, Smartphone, Laptop, PC oder Smart-TV. Deshalb ist SAT>IP vor allem etwas für den privaten Haushalt: Fernsehen in der Küche aufs Tablet, im Schlafzimmer auf den Zweit-TV – ganz ohne neues Koax-Kabel.
Faustregel: So viele Tuner der Server hat, so viele Teilnehmer können gleichzeitig fernsehen (typisch 4 bis 8) – und jeder hat das komplette Programm zur Auswahl.
Der sechste Weg führt über Licht: Ein optischer LNB verwandelt das komplette Sat-Signal – alle vier Ebenen auf einmal – in Licht und schickt es über eine einzige Glasfaser. Passive optische Splitter teilen das Licht ohne Strom auf viele Häuser oder Etagen auf. Erst im Gebäude macht ein optischer Empfänger daraus wieder ganz normale Sat-ZF – für Multischalter, Einkabel oder eine Kopfstelle. Dahinter funktioniert alles wie bei den anderen Wegen.
Wie man optisch misst: Messtechnik – Sat über Glasfaser
Der Satellit nutzt zwei Tricks, um möglichst viele Programme unterzubringen: Er sendet in zwei Schwingungsrichtungen (horizontal und vertikal), und der Frequenzbereich ist in zwei Hälften geteilt (Low- und High-Band). Macht zusammen vier Empfangsebenen – und ein Antennenkabel kann immer nur eine davon gleichzeitig transportieren. Genau deshalb führen vom LNB vier Kabel weg – eines pro Ebene.
Beim Zappen wechselt dein Fernseher unbemerkt zwischen diesen Ebenen – ZDF liegt zum Beispiel auf einer anderen Ebene als RTL. Damit das für mehrere Teilnehmer gleichzeitig und unabhängig funktioniert, liefert das Quattro-LNB alle vier Ebenen dauerhaft über diese vier Kabel an die Eingänge des Multischalters. Der reicht jedem Anschluss genau die Ebene durch, die sein Programm gerade braucht.
Beide haben vier Ausgänge und einen fast identischen Namen – kein Wunder, dass sie ständig verwechselt werden. Der Unterschied steckt darin, wofür diese vier Ausgänge gedacht sind.
Beim Quad-LNB ist jeder Ausgang eigenständig und schaltet selbst zwischen den Empfangsebenen um. Du verbindest ihn direkt mit bis zu vier Receivern – ganz ohne weitere Technik. Ideal für kleinere Haushalte.
Das Quattro-LNB sieht gleich aus, tickt aber anders: Seine vier Ausgänge sind fest verdrahtet – je einer für Low-Horizontal, Low-Vertikal, High-Horizontal und High-Vertikal. Es gehört nicht an einen Receiver, sondern an einen Multischalter, der das Signal dann an beliebig viele Teilnehmer verteilt.
Kurz gemerkt: Quad = vier Receiver direkt. Quattro = vier Ebenen für den Multischalter.
Früher stellte man am Fernseher eine einzelne Frequenz ein – ein Kanal, ein Programm. Beim digitalen Sat-Empfang stimmt man stattdessen einen Transponder ab: einen Datenstrom, der gleich mehrere Programme bündelt.
Einzelne Sender lassen sich nicht mehr von Hand einstellen. Der Receiver findet per Sendersuchlauf die Transponder (Frequenzen) und lädt aus jedem gleich alle enthaltenen Programme.
Dasselbe Prinzip gilt für Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T2): Hinter einer Frequenz steckt immer ein Datenpaket mit mehreren Sendern. Nur IPTV funktioniert anders – dort hat jeder Sender seine eigene Adresse.