Empfangstechnik einfach erklärt

So kommt das Signal zu dir

Das Sat-Signal kommt in mehreren Empfangsebenen an, zwischen denen jeder Empfänger umschalten muss – deshalb lässt es sich nicht einfach wie ein Antennensignal aufteilen. Drei bewährte Techniken lösen das. Welche die richtige ist, hängt von deinem Gebäude und der Zahl der Anschlüsse ab.

Technik 01Klassisch

Klassischer Sat-Empfang

Die Schüssel bündelt das Signal in ihrem Brennpunkt – dort sitzt das LNB und macht es kabeltauglich. Vier Leitungen bringen alle Empfangsebenen gleichzeitig zum Multischalter im Keller oder Dachboden. Der übernimmt das Umschalten und versorgt jeden Anschluss über eine eigene Leitung – jeder sieht alles, unabhängig von den anderen.

  • Der Sat-Empfänger steckt heute meist schon im Fernseher – Kabel in die Dose, fertig
  • Jeder Anschluss sieht alle Programme, völlig unabhängig
  • !Braucht ein eigenes Kabel pro Anschluss – im Bestand oft der Knackpunkt
SCHÜSSEL + QUATTRO-LNB 4 LEITUNGEN ALLE EBENEN Multi- schalter JEDER ANSCHLUSS: EIGENE LEITUNG TV 1TV 2 TV 3TV 4
Technik 02Modern

Unicable – ein Kabel für alle

Der clevere Weg zum Nachrüsten: Vom LNB laufen vier Leitungen zum Einkabel-Multischalter – doch ab dort teilen sich alle Empfänger ein einziges Kabel. Die vorhandene Leitung darf bleiben, nur Dosen und Verteiler müssen Sat-tauglich sein. Jeder Empfänger hat sein fest zugewiesenes Userband (UB) – seinen eigenen Platz auf dem Kabel. Beim Umschalten meldet er sein Wunschprogramm, und der Multischalter legt es ihm genau dorthin.

  • Nur eine vorhandene Leitung nötig – ideal im Altbau ohne neue Kabel
  • Bis zu 32 Anschlüsse je Strang – mit voller Programmauswahl für alle
  • !Geräte müssen Unicable beherrschen und ihr fest eingestelltes Userband haben – Erweiterungen nur mit Planung
QUATTRO-LNB 4× EBENEN Einkabel- Multischalter EIN KABEL · BIS 32 ANSCHLÜSSE UB 1 UB 2 UB 3 TV 1TV 2TV 3
Technik 03Großanlage

Kanalaufbereitung als Kabel-TV

Für ganze Wohnanlagen: Die zentrale Kopfstelle arbeitet wie ein eigener kleiner Kabel-TV-Anbieter im Haus. Ihre Module setzen die gewünschten Programmpakete in ein Kabel-TV-Signal (DVB-C) um und speisen es ins bestehende Hausnetz – samt Verstärkern und Dosen bleibt alles, wie es ist. Jeder Fernseher empfängt über seinen eingebauten Kabel-Tuner – ganz ohne Receiver.

  • Hausnetz bleibt komplett erhalten – bis zur letzten Dose
  • Kein Receiver, keine Einstellung – der Kabel-Tuner im TV genügt
  • !Programmangebot ist zentral festgelegt – für alle gleich
  • !Höhere Anschaffungskosten als die anderen Lösungen
4× EBENEN QUATTRO-LNB Kopfstelle SAT → KABEL-TV DVB-C · HAUSNETZ 2. OG 1. OG EG VORHANDENE STEIGLEITUNG · KEIN RECEIVER NÖTIG
Gut zu wissenHintergrund

Warum eigentlich vier Kabel?

Der Satellit nutzt zwei Tricks, um möglichst viele Programme unterzubringen: Er sendet in zwei Schwingungsrichtungen (horizontal und vertikal), und der Frequenzbereich ist in zwei Hälften geteilt (Low- und High-Band). Macht zusammen vier Empfangsebenen – und ein Antennenkabel kann immer nur eine davon gleichzeitig transportieren.

Beim Zappen wechselt dein Fernseher unbemerkt zwischen diesen Ebenen – ZDF liegt zum Beispiel auf einer anderen Ebene als RTL. Damit das für mehrere Teilnehmer gleichzeitig und unabhängig funktioniert, liefert das Quattro-LNB alle vier Ebenen dauerhaft über vier Kabel an den Multischalter. Der reicht jedem Anschluss genau die Ebene durch, die sein Programm gerade braucht.

HORIZONTAL VERTIKAL H · LOW H · HIGH V · LOW V · HIGH Z. B. ZDF Multi- schalter DEIN TV LOW-BAND HIGH-BAND