Welche Anlage planst du?
Drei Verteilkonzepte, drei Rechner. Wähle deinen Anlagentyp, dann öffnet sich der passende Pegelrechner mit Kabellängen und Pegel bis zur letzten Dose.
SAT-ZF · Sternverteilung
Der Klassiker: Vom Multischalter führt ein eigenes Kabel zu jeder Dose. Volle SAT-ZF an jedem Anschluss, jede Dose unabhängig.
- ✓Bis 64 Teilnehmer · 1 oder 2 Satelliten
- ✓Multischalter-Kaskaden & Verteilnetzverstärker
- ✓Pegel & Dämpfung je Dose berechnet
SAT-Einkabel · Unicable
Ein einziges Kabel versorgt mehrere Teilnehmer – die Dosen werden durchgeschleift. Jeder Receiver bekommt sein eigenes Userband.
- ✓Bis 32 Userbänder
- ✓Multischalter-Kaskade & Abzweiger
- ✓Durchgangsdämpfung & Pegel je Dose
Kabel · DVB-C
Das Signal kommt fertig aus der Kopfstelle – ins Haus geht es per Wohnungsstern oder Reihenverteilung. Pegel bis zur letzten Dose.
- ✓Wohnungsstern & Reihenverteilung
- ✓Verteiler, Abzweiger & Durchgangsdosen
- ✓Pegel & Dämpfung bis zur letzten Dose
Nicht sicher? Sternverteilung ist Standard im Neubau (ein Kabel je Dose, maximale Flexibilität), Einkabel punktet bei Nachrüstung & wenig Kabeln. Beim Breitbandkabel (DVB-C) wird in der Kanalaufbereitung das SAT-Signal in DVB-C gewandelt und dann ins Haus verteilt.
Dieses Tool veranschaulicht zu Schulungs- und Anschauungszwecken, wie eine Antennen-Anlage aufgebaut wird und wie sich der Pegel berechnet – von der Quelle über die Verteilung bis zu jeder Dose. Die Signal- und Pegelwerte sind realistisch, ersetzen aber keine professionelle Fachplanung.
Eine echte Installation umfasst weitere Punkte, die dieses erste Anschauungs-Tool bewusst nicht abbildet – unter anderem Potenzialausgleich, Erdung, Überspannungs- und Blitzschutz. Eine normgerechte Anlage plant und installiert immer eine Elektrofachkraft.
Läuft die Anlage – oder läuft sie sauber?
Ein laufendes Bild beweist noch keine saubere Anlage. Mit einem Antennenmessgerät misst man an mehreren Punkten und hält die Werte fest. Entscheidend sind drei Größen: Pegel, MER und BER – wobei MER und BER an jedem Punkt stimmen müssen, der Pegel erst final an der Dose.
Stell es dir wie eine Wasserleitung vor –
- Viel Wasserdruck = ein kräftiges Signal
- Zu wenig → kaum Durchfluss · zu viel → die Armatur leidet (Tuner übersteuert)
- Aber: hoher Wasserdruck heißt noch nicht sauberes Wasser
- Klares Wasser ist auch bei wenig Wasserdruck gut
- Trübes Wasser mit viel Druck bleibt ungenießbar
- Hier entscheidet sich, ob das Signal wirklich sauber ankommt
Der häufigste Trugschluss: „Der Wasserdruck stimmt, also passt alles“. Aber hoher Wasserdruck sagt nichts über die Sauberkeit des Wassers – genau wie ein kräftiger Pegel nichts über MER und BER aussagt.
Dieselbe Anlage als Wasserleitung · vom Spiegel bis zur Dose
Wie kräftig das Signal ankommt. Ändert sich planmäßig durch die Anlage und muss erst final an der Dose passen – bei SAT zwischen 47–77 dBµV. Sagt für sich nichts über die Qualität.
≈ WasserdruckGüte der Modulation. Datenblatt-Minimum für QPSK/SAT ist 11 dB – in der Praxis sollten es ≥ 16 dB sein. Hier zeigt sich, ob HD-Transponder sauber laufen.
≈ KlarheitBitfehler vor der Reed-Solomon-Korrektur. Für quasi-unterbrechungsfreien Empfang unter 10⁻⁴ – in der Praxis (Sat) 10⁻⁴ bis 10⁻⁶, je niedriger desto besser.
≈ ReinheitsgradAn welchem Punkt zählt was? Der Pegel ist an LNB, Multischalter und Kabel unterschiedlich und muss erst final an der Dose optimal sein – das rechnet dir das Planungstool aus. MER und BER dagegen müssen an jedem Messpunkt stimmen. Verschlechtern sie sich irgendwo in der Kette, sitzt dort der Fehler.
Die digitale Fallkante
Analog wurde das Bild stufenlos schlechter (Schnee, Streifen). Digital arbeitet wie eine Mauer: perfektes Bild bis zur Schwelle – und dann schlagartig Klötzchen und Standbild. Darum misst man die Reserve: den Abstand zur Kante. Deine ≥ 16 dB MER statt der 11 dB Minimum sind genau diese Reserve – sie fängt Regen und Alterung ab, bevor die Anlage kippt.
Warum „100 % Signalqualität“ am Fernseher täuscht: Diese Prozentwerte sind ungeeicht und schwanken von Gerät zu Gerät – oft stehen sie bis kurz vor dem Absturz auf „voll“, wie eine Tankanzeige, die erst beim Liegenbleiben fällt. Die echte Reserve siehst du nur in dB (MER / C/N) am Messgerät.
- 1An jedem Punkt messenLNB-Ausgang, Multischalter, jede Dose – eine Abweichung bei MER/BER lokalisiert die Fehlerquelle (Stecker, Bauteil, Kabel).
- 2Alle vier Ebenen prüfenJe ein Referenztransponder horizontal/vertikal und Low-/High-Band – so erwischt man jede LNB-Ebene.
- 3Werte dokumentierenMessprotokoll je Punkt – als Nachweis der sauberen Anlage und Vergleichsbasis für später.